Presse

Aktualisiert: 29.03.2011

So beschäftigte sich die Presse mit dem Thema.

Wenn Banken und Geschädigte einen Vergleich abschließen, wird stets Stillschweigen vereinbart. Daher darf ich die Namen der erfolgreichen nicht veröffentlichen. Gehen Sie aber davon aus, dass Redaktionen sehr genau prüfen, ob die Angaben in ihren Artikeln der Wahrheit entsprechen.

Kontoauszüge sind Sparbücher (Artikel aus "Unabhängige Bauernstimme")

Welt am Sonntag  Ausgabe 48/2005 vom 27.11.2005

Münchener Merkur vom 17.12.2005

Norddeutsches Handwerk Ausgabe vom 19. Januar 2006

Ausschnitt aus top agrar, Ausgabe 12/2007

Das Urteil dazu finden Sie zum download als PDF Datei.

 

Nachfolgender Bericht fand sich im Magazin "Guter Rat" .

Bericht entnommen von der Internetseite.

Dieser Bericht bezog sich nur auf Sparverträge, viel gehaltvoller ist aber die Nachberechnung von Kontokorrentkonten.

Siehe Pressebericht - in dem der vor Gericht erstrittene Erfolg eines Landwirts aus dem Saarland beschrieben wird.

A. M. Möntmann

 

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Erwischt! Die Banken beim Zinsmogel

von Birgit Müller, Guter Rat

Die monatliche Ratenzahlung auf ein Sparbuch galt lange als sicherste Geldanlage. Doch Banken nutzen das Vertrauen der Sparer gnadenlos aus.

Ralf Kozlik zahlte 20 Jahre jeden Monat in seine Sparverträge bei der Deutschen Bank ein – erst 450 Mark, später 230,88 Euro. Und in der ganzen Zeit zweifelte er nicht eine Sekunde an der Solidität seiner Geldanlage. »Schließlich hatte ich ein sicheres Sparbuch und keinen spekulativen Aktienfonds.«

Skeptisch wurde der Getränkehändler aus dem niedersächsischen Baddeckenstedt erst, als der Vertrag ausgezahlt wurde. »Die Grundverzinsung war so niedrig. Ich hatte mit viel mehr gerechnet.«
Er beschloss zu handeln und ließ seine Sparverträge von der Verbraucherzentrale Bremen nachrechnen. Das Ergebnis des Gutachtens war niederschmetternd.

Wütend
Statt der 21665,55 Euro, die ihm eigentlich zugestanden hätten, hatte die Deutsche Bank gerade mal 12112,65 Euro überwiesen. Kozlik war »sprachlos und wütend zugleich«. Und das nicht nur, weil er gleich drei dieser Sparverträge abgeschlossen hatte. Sondern vor allem, weil die Braunschweiger Filiale der Deutschen Bank gar nicht daran dachte, den Fehlbetrag auszugleichen.

Wer nun denkt, der Fall Kozlik sei ein Einzelfall, täuscht sich gewaltig. Sein Sparvertrag funktioniert genauso wie Hunderttausende in Deutschland, die von Banken, Sparkassen und Volksbanken angeboten werden. Als Erstes wird ein klassisches Sparbuch eröffnet. Darauf fließt monatlich eine bestimmte Rate, die vorher mit der Bank fest vereinbart wird. Wer fleißig spart, bis zum Ende der Laufzeit durchhält und nichts abhebt, wird mit einem Bonus belohnt.
Entscheidend aber ist die Grundverzinsung. Sie ist nämlich variabel und passt sich – so versprechen es die Banken – dem Kapitalmarkt an. Genauer legen sie sich jedoch nicht fest.

Schwammig
Ein Blick in den Kontovertrag von Ralf Kozlik macht das Problem schnell deutlich: Es ist kein Zinssatz genannt und kein Anhaltspunkt, wie die Bank die Zinsen berechnet. Doch Kozlik ließ nicht locker und grub ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2004 aus. Unter dem Aktenzeichen XIZR 140/3 ist exakt dieses Problem beschrieben, über das sich vor Kozlik schon viele Anleger geärgert haben. Die Richter urteilten damals, dass die Bank kein Recht habe, die Zinsen nach ihrem Belieben zu ändern. Allerdings nennen sie auch keinen Zinssatz, an den die Bank sich halten muss. Den Kunden solle künftig lediglich mitgeteilt werden, wie sich der Zinssatz zusammensetzt.
 

Wie die Banken rechnen
Darauf reagierten die Kreditinstitute mit einer neuen Klausel, die der Kunde seitdem bei Vertragsabschluss unterschreiben muss. Dort ist aufgeschlüsselt, wie sich der Zinssatz zusammensetzt (Beispiel siehe Grafik).

Klarer wird die Sache für den Kunden dadurch aber nicht. Denn die Grafik zeigt lediglich an einem Beispielfall, wie sich der Zins zusammensetzen kann. Tatsächlich haben die Banken Hunderte verschiedener Zinstabellen, aus denen sie einen Sparplan bauen können. Dabei orientieren sie sich an den Leitzinsen der Deutschen Bundesbank. Doch von denen gibt es nicht nur den einen, der immer in der Tagesschau zitiert wird. Ob zwei-, fünf- oder zehnjährige Anleihen, Nullkupon-Papiere oder Interbankensätze ? für jedes Papier gibt es unterschiedliche Zinsen. Und daraus entwickelt schon jede der 438 Sparkassen im Lande ihr eigenes Modell, von den Geschäftsbanken ganz zu schweigen.

Erwischt! Die Banken beim Zinsmogel

Taktik
Das Chaos ist durchaus gewollt. Denn die Taktik der Kreditinstitute ist immer gleich: Sinken die jeweiligen Leitzinsen, werden auch die Zinsen für den Sparplan sofort gesenkt. Steigen die Leitzinsen dagegen, lassen sich die Banken viel Zeit, bis auch der Sparer etwas davon abbekommt.

Der Kunde als Rechenprofi
Wer seinem Institut dabei auf die Schliche kommen möchte, muss die Zinstabellen der Bundesbank anfordern und jeden Sonntag, bewaffnet mit Lupe und Taschenrechner, seine Zinsen nachrechnen. Oder er beauftragt einen Profi, was aber einiges Geld kostet. Professor Klaus Wehrt, 2. Vorstand des Bundesverbandes für Finanz-Planer, kennt die Zustände in der Bankenwelt. »Wenn sich die Bank ein einseitiges Zinsanpassungsrecht einräumt, besteht die Gefahr, dass sie dieses zu ihren Gunsten nutzt, solange der Kunde nicht kontrolliert.« Für 50 Euro pro Laufzeit-Jahr des Sparvertrages verschafft er Klarheit über die Zinsen. Per E-Mail können Anfragen an mail@wehrt.de gerichtet werden.

Was nun, wenn die Berechnung tatsächlich ein Minus ergibt? Bei Ralf Kozliks drei Sparverträgen ging es zusammen immerhin um über 9500 Euro. Der Getränkehändler schrieb einen geharnischten Brief an seine damalige Hausbank, wollte wissen, wie die Zinsen berechnet wurden und wann er sein Geld zurückbekommen würde. Die Antwort machte ihn noch wütender. In einem lapidaren Standardschreiben wiesen die Deutschbanker jede Schuld von sich: »Ich kam mir richtig veräppelt vor. Die Deutsche Bank wusste selbst nicht, wie hoch der Zinssatz war, da ihre Archive nicht so lange zurückreichen.« Gerade mal 1650 Euro wollte die Bank zurückzahlen Zu wenig, fand Kozlik und zog vor Gericht. Und handelte sich dort die nächste Niederlage ein. Das Landgericht Braunschweig entschied, der Fall sei größtenteils bereits verjährt. Lediglich für die Jahre 2001 bis 2004 seien die Sparverträge neu abzurechnen: also tatsächlich nur die 1650 Euro. Ein miserables Geschäft für den Kläger, der nach Prozessende 5000 Euro für die Anwälte beider Parteien überweisen musste. Und da der Streitwert unter 10000 Euro lag, blieb ihm der Gang zur nächsten Instanz verwehrt.

Jedes Gericht urteilt anders
Dort hätte es durchaus Hoffnung für ihn gegeben, denn die Gerichte entscheiden in solchen Fällen unterschiedlich. So urteilten das Oberlandesgericht in Köln und das Amtsgericht in Frankfurt, dass die Zinsen zum Guthaben gehören und erst nach 30 Jahren verjähren.

Fazit
Wer Ratensparverträge abgeschlossen hat und seiner Sache nicht ganz sicher ist, sollte erst einmal den Vertrag überprüfen. Entscheidend ist, wie lange schon eingezahlt wurde und ob ein Zinssatz genannt ist. Eine Berechnung ist nämlich teuer und lohnt nur, wenn bereits hohe Beträge auf dem Konto liegen.

Stellt sich heraus, dass Sie tatsächlich zu wenig Zinsen bekommen haben, sollten Sie nicht gleich mit dem Anwalt drohen. Eine außergerichtliche Einigung ist für beide Seiten kostengünstiger.

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